Das war die Sendung am 30. Mai 2010

GästInnen: Peter Iwaniewicz, Marina Zettl, Thomas Mauerhofer

„Fikus“ war zu Gast bei Willi Resetarits. Der Bandname, verrät Sängerin Marina Zettl, kommt von „Ficus Benjamina“, der Birkenfeige. Dieses Stück Onomastik bot natürlich ein willkommenes Entree für den Naturwissenschaftler Dr. Peter Iwaniewicz, der sofort etwas über die Vielfalt der Feigen und ihre Fortpflanzung erzählte.

30. Mai:  „Fikus“ und die Ölpest

Marina Zettl (Voc.) und Thomas  Mauerhofer (Gitarre) studierten in Graz Jazz an der Musik-Uni. Akkordeon-Virtuose Cristian Bakanic beschäftigte sich zuerst am Konservatorium mit Volksmusik und stieg dann an der Musik-Uni auf das klassische Akkordeon um.  Den akademischen Background des Trios konnte man in jeder Phase ihrer „Trost & Rat“-Darbietungen hören. Die drei begannen mit „Almost written“ und setzten mit „Departed Girl“ fort, wobei mit „Departed Girl“ nicht ein Mädchen gemeint war, das abgehauen ist, sondern ein Wesen, „das jemanden begleitet und auf diesen Jemand aufpasst“.  Die englischen Texte der Songs schrieben übrigens Marina Zettl und der native speaker Erik Leidal; die Melodien  haben sich Marina und Thomas Mauerhofer ausgedacht.
Willi Resetarits gestand wieder einmal, dass er die Welt retten wolle. Entsprechend aktuell und tiefschürfend  (im wahrsten Sinne des Wortes) waren die Diskussionsbeiträge: Doz. Iwaniewicz erzählte woher das Erdöl kommt und referierte über die Geschichte der Umwelt-Katastrophen: 1958 gab es den ersten großen Tankerunfall vor der Küste New Yorks.  Aber aus der Tiefe der Ozeane drohe nicht nur die Öl-Bombe, sondern auch Methanhydrat,  das am Meeresboden noch fest ist, sich an der Luft aber zu einem explosiven Gas entwickelt. Beim Abbau dieses sogenannten „Methaneises“ könnte es zum Abrutschen ganzer Kontinentalabhänge kommen, d.h. Teile Norwegens würden dann möglicherweise ins Meer stürzen.  Trotzdem experimentiere man schon jetzt mit der Erschließung dieser gefährlichen Energie.  „Profitgier macht eben erfinderisch“, meinte Iwaniewicz und zitierte aus dem Donald Duck-Heftchen „Goldener Helm“, in dem die Forderung nach einer Luftsteuer für Husten, Gähnen und Seufzen erhoben wird.
Zwischen diesen tiefschürfenden Erörterungen brachten die jazzigen Fikus-Rhythmen Belebung in das Dasein der gefährdeten Menschheit, mit: „Love on the landline“, „Sittin´in the middle“  und „Fikus“.

31.05.10 08:28 Alter: 2 yrs