Das war die Sendung am 6. Juni 2010
GästInnen: Mika Vember, Bernhard Moshammer
Willi Resetarits hat das Duo Berhard Moshammer (Börn) und Mika Vember als „Meister der Reduktion“ vorgestellt. Damit hat er gemeint, dass die beiden mit Kalimba (Daumenklavier), Glockenspiel, Ukulele (gitarren-ähnliches Instrument aus Hawaii; Übersetzung:„hüpfender Frosch“), Waschrumpel und einer einzigen Gitarre, die sie einander je nach Bedarf zureichen, kurzum mit ein paar wenigen Instrumenten eine Vielfalt herbei zaubern, die sonst nur gewaltige „Klangkörper“ zustande bringen.
Börn & Mika „reduzierten“ meisterlich
Die meisten Lieder dieser „Trost & Rat“-Sendung kennt man von der CD „Fame & Success“. Und „Fame & Success“ hat den beiden, so Willi Resetarits, „Fame & Success“ gebracht. Die erste Nummer, die das Duo aufführte, „Be nice to your parents“, hat Börn für seinen Sohn geschrieben, weil dieser „irgendwann einmal aufgehört hat, das liebe Kind zu sein.“ Der Filius war damals pubertierend und 15 Jahre alt. Willi nahm die Entstehung des Werkes zum Anlass, um Mika nach ihrer Beziehung zu ihrer Familie zu fragen: Sie war, so gab die Sängerin zur Antwort, ein Nachzögling gewesen. Im Haus gab es sieben Kinder, und die erste Gitarre hat sie von ihrer viel älteren Schwester geschenkt „geerbt“. Und auch Börn begann seine „Musikerkarriere“ nicht im Pädagogen-Milieu, womit Willis Annahme, dass Tonkünstler schon im frühen Alter mit ihrer künstlerischen Laufbahn begännen, widerlegt wurde. Willi meinte dazu: „Das ist gut so. Es wäre ja undemokratisch, wenn nur Kinder von Musikereltern selbst wieder Musiker würden.“
Dann bot das Duo „Anstand“/“Decency“ und „We all agree“, ein Lied von Mika, das zur Zeit der Bundeshymnen-Diskussion entstanden war: „ Damals hat man in Österreich ernsthaft darüber diskutiert, ob Christl Stürmer auch ‚Land der Töchter‘ singen dürfe.“
„Hell bells“ entwickelt bizzare Wetter-Assoziationen und leitete perfekt zum improvisierten „Wiener Wochenwetter“ über. Nach dem Lied „Just once“ („Wenigstens einmal“) entwickelte sich die klassische Diskussion, „warum müsst Ihr immer Englisch“ singen. Mika entgegnete: Auch die eigenen Eltern würfen ihr das vor, könnten – obgleich sie kein Wort Englisch sprächen - den Inhalt der Lieder aber sehrwohl erspüren. Für sie selbst sei Englisch die zweite Sprache: Sie habe Anglistik studiert und in den USA (Au-pair) und Kanada (Auslandsstipendium) gelebt.
„Everybody´s crying mercy“ war das einzige Lied der Sendung, das nicht von Börn und Mika selbst geschrieben wurde. Der Protestsong entstammt der Feder des heute 82-jährigen Amerikaners Mose Allison. „Summernights“ und das Liebeslied „What you mean“ fügten sich angenehm in die Stimmung eines lauen Frühsommer-Abends ein.

