Das war die Sendung am 28. Februar 2010
GästInnen: Sigi Finkel, Mamadou Diabate, Peter Iwaniewicz
Der Jazzer Sigi Finkel wird von den meisten als Saxofonist wahrgenommen. Er selbst definiert sich als „Improvisator auf der Basis des Jazz mit weitgefächerten Interessen.“ Gemeinsam mit seinem langjährigen Freund, dem Balafon-Virtuosen Mamadou Diabate aus dem west-afrikanischen Burkina Faso, brachte er exotische Musik ins Studio RP 9 in der Argentinierstraße.
Sendungsnachruf
Mamadou Diabate stammt aus einer Griot-Familie. Ein Griot ist eine Person, die mit seinem Gesang das Wissen seiner Familie mündlich weitergibt. Der Wunsch von Mamadous Familie war, dass der Sohn einer der besten Balafon-Spieler Westafrikas werden würde. Das Balafon ist ein Musikinstrument, das aus Holz-Klangstäben und hohlen Kürbissen (Kalebassen) besteht, wobei die Kalebassen als Resonanzkörper wirken. Mamadou wurde in der Tat ein Star seiner Zunft, aber er wollte „mehr“. So lernte er an der Abendschule Französisch und „entkam“ nach Europa. Österreich ist seine zweite Heimat geworden: Hier hat er einen Adoptivvater und seine Lebensgefährtin.
Mit Sigi Finkel verbindet Mamadou die Suche nach neuen Formen der Musik, die auf traditionellen Formen basiert. Sigi war ein paarmal mit seinem Freund in Afrika und wird, wenn er traditionelle Weisen spielt, dort als einer begriffen, „der mit Musik sprechen kann, aber nicht versteht, was er sagt.“
Finkel selbst wurde 1960 in Bayern geboren und lebt seit 1982 in Wien.
1986 hat er seine erste eigene Band, die Sigi Finkel Powerstation, gegründet. Von 1991 bis 1995 spielte er in CAOMA (mit Tomasz Stanko) und ab 1997 mit der Formation Sigi Finkel & African Heart. Nach Ausflügen in die arabische Musik beschäftigt sich Finkel in jüngster Zeit auch mit dem Flamenco.
Willi Resetarits hat die beiden Musiker deswegen in „Trost & Rat“ eingeladen, weil ihn seit jeher die Frage der „Musik als Sprache und Kommunikationsmittel“ interessiert. Der Univeralgelehrte Dr. Peter Iwaniewicz ergänzte die musikalische Konversation mit Bemerkungen aus dem Bereich der Biolinquistik.
Mamadou Diabate baut in Bobo-Dioulasso/Burkina Faso eine Grundschule, weil er den Kindern jenen schweren Weg zur Bildung ersparen möchte, der ihm selbst auferlegt worden war. Diese Schule, die im Herbst mit dem Unterricht beginnen soll, wird kein Schulgeld verlangen. Spenden sind daher natürlich erwünscht.
Mehr Infos unter:
www.mamadoudiabate.com
www.sigifinkel.com

